Zwei Seiten eines Kennenlernens - Teil 1 Micky -


Nach vielen Überlegungen, wenn und aber, hat sich meine Schwester Bine nach dem Tod von ihrem Hund Nicci entschlossen, dass ein Leben ohne Hund für sie nicht in Frage kommt. Viele Gespräche wurden geführt, viel recherchiert. Uns war allen klar, dass kein Hund Nicci ersetzen kann, aber eine Zukunft ohne einen vierbeinigen Freund war unvorstellbar. Die Telefonleitungen glühten. Ich wohne nämlich in Hessen in der Nähe bei Kassel, und meine Schwester mit Mann wohnen in Marl. Ich lebe allein, arbeite in einem Reisebüro. Dieses Büro ist in einem Center, so dass wir von 9:00 bis 20:00 Uhr geöffnet haben. Daher habe ich nicht die Möglichkeit ein Tier zu halten. Zur Freude meiner Nachbarn gehe ich aber gern mit deren Hunden an meinem freien Tag Gassi.

 

Sabine hatte vor Nicci schon 2 Hunde. 2 Yorkshire-Terrier, Rocky und Benji. Diese waren oft bei mir zu Besuch und so konnte ich mir einen Hundealltag vorstellen. Ich stellte mir nun vor, dass Bine sich für einen tierischen Mitbewohner aus dem Tierheim entscheidet, ähnlich oder ein bisschen größer als Nikki. (Maltesermischling). Plötzlich überraschte mich Bine mit der Info, dass ihr neuer Zögling ein Tibet-Terrier sein soll. Bine hat viel über diese Hunderasse nachgelesen. Ihr war wichtig, dass es ein Hund sein soll, der viel an ihrem Alltag und Hobbies (joggen, radeln) teilnimmt.Ich war völlig ratlos, da ich diese Rasse nicht kannte. Treue Schwester die ich bin, natürlich gleich alles verschlungen, was im Internet zu lesen war. Ich mag Tiere, lebe aber allein und habe schon einige Macken und Eigenheiten. Die Wohnung ist singlegerecht. Ich muss ja nicht auf Kind oder Hund Rücksicht nehmen. Überall Teppichböden, die den kleinen Hunden immer Stand gehalten haben. Nach meinen Nachforschungen der erste Schock!!! Plötzlich sah ich Abbildungen von Tibet-Terrier und wurde ganz blass: So groß, so viel Fell. Ich hatte schon immer Probleme Größen einzuschätzen...

Der Tibet Terrier - doch ein wenig größer als ein Malteser-Mischling und wahnsinnig viel Fell!!!
Der Tibet Terrier - doch ein wenig größer als ein Malteser-Mischling und wahnsinnig viel Fell!!!

Spießig hin oder her, malte ich mir schon die tollsten Horror-Szenarien aus, falls meine Lieben mich besuchen. Aber tapfer schwieg ich. Nun kam der große Tag und Bine hatte endlich ihren neuen Hausgenossen, Chiru. Zwischen Ruhrgebiet und Hessen wurden endlose Mails mit süßen Welpenfotos verschickt. Aber Chiru wurde größer und mir mulmiger. Ich war böse auf mich selbst, dass ich zu einem richtigen Spießer mutierte. Plötzlich sah ich überall nur zukünftigen Chaos, Flecken auf den Teppichen.... Dann kam das Unvermeidliche: Sabine und ihr Mann Detlef sowie Chiru kündigten ihren Besuch an. Silvester sollte bei mir gefeiert werden. Schon Tage vor Silvester nur Schnee, Regen und Matsch. Ich bekam Panikattacken. Sollte ich die Teppiche mit einer Plane abdecken? Silvester nahte. An diesem Tag musste ich bis 14:00 Uhr arbeiten. Unruhig, aber natürlich froh meine Lieben zu sehen, eilte ich nach Hause. Ich schloss die Tür auf und wurde sofort von einem (für mich) großen haarigen Wesen angeknurrt. Oh Graus, sollte ich Silvester auf der Straße verbringen? Meine beiden lieben Zweibeiner machten sich einen Spaß und stichelten Chiru noch auf. Todesmutig betrat ich die Wohnung und wurde sofort von diesem Wesen angesprungen. Leckerlis zur Bestechung mussten her. Ich hatte ja vorgesorgt... Chiru wich nicht von meiner Seite und auch ich wurde immer mutiger. Bald schon himmelten wir uns an, und ich zeigte Chiru Kunststückchen. Ich wurde nach 2 Stunden auch nicht mehr ganz so blass, als er quer über die Teppiche rollte. Und ob man es glaubt oder nicht. Chiru durfte sogar auf mein Sofa, der Teppich wurde zur Nebensache. Es gibt Beweisfotos, aber ich habe Bine verboten, diese ins Internet zu stellen. Es war ja schließlich Silvester und es gab neben Chiru dann auch noch klitze kleine Kater als Haustiere.......Mein Freund Chiru. Du bist ein tolles Kerlchen und darfst jederzeit wiederkommen.