Die Prägungsphase (4. bis 7. Woche)


Ab diesem Zeitpunkt habe ich immer zum ersten Mal das Gefühl "richtige" kleine Hunde vor mir zu haben. Die motorischen Fähigkeiten der Welpen haben sich deutlich weiter entwickelt und die Interaktionen zu der Mutter und den Wurfgeschwistern nehmen stark zu.

 

Das Raufen und Balgen mit den Wurfgeschwistern stellt in dieser Zeit ihre Lieblingsbeschäftigung dar. Die eigene Körpersprache mit Droh- und Demutsgebärden ist zwar angeboren,  die Fähigkeit diese auch bei dem Gegenüber zu erkennen und richtig zu reagieren muss von den Welpen jedoch erst erlernt werden. Dieses "lernen" bezeichnet man auch als Sozialisation.

Die Welpen sind zunächst nur neugierig und erkunden immer mehr ihre Umgebung und alles neue wird mit der Nase und dem Mäulchen erkundet. Das Gefühl der "Angst" können Welpen erst mit ca. 6 Wochen empfinden - gerade deswegen ist es so wichtig, dass die kleinen Tibis bis dahin so viele neue Erfahrungen wie möglich sammeln können.

Ab dieser Zeit  bekommen die Welpen ihre Nahrung nicht mehr nur über die Muttermilch, sondern es wird "beigefüttert". Sie lernen festere Nahrung in "Breiform" zu fressen. Die Welpen werden selbstständiger und die Mutter ist nicht mehr ständig präsent für sie.  Der Aktionsradius wird immer größer und die kleinen Tibis gehen auch mal für sich alleine auf Entdeckungstour.

Der spätere Charakter des Tibet Terriers besteht aus dem Zusammenspiel  der erblichen Anlagen und seinen Umwelterfahrungen, die er in der Welpenzeit erlebt. Daher ist es sehr wichtig, ihn in der Prägungsphase mit postiven Umwelteinflüssen zu konfrontieren. Die Welpen müssen die Möglichkeit haben verschiedene Menschen kennenzulernen, auch der Kontakt zu Kindern ist sehr wichtig.



Video: H-Wurf von Sengge Namgyal 6 Wochen alt